In der Holzheimer Gemarkung wird gebohrt. Es sind Bodenuntersuchungen für eine Stromtrasse.
11.08.2025

Björn Feuerbach, Mitglied im Landesvorstand der FREIE WÄHLER Hessen, kritisiert Energiepolitik bereits im letzten Jahr
Die Energiepolitik der Ampel schreitet unaufhaltsam voran, wie man im Fall Rhein-Main-Link feststellen kann. Dieser ist eine geplante Stromtrasse in Deutschland, die dazu dienen soll, die Übertragung von Strom zwischen den Regionen zu verbessern. Sie gilt als eine der zentralen Netzausbauprojekte der Energiewende in Deutschland. Diese Teiltrasse soll den Gigawatt-Strom aus den Off-Shore-Windparks aus dem Norden auch durch den Landkreis Gießen in Richtung Rhein-Main Gebiet und Süddeutschland transportieren.
Inwiefern sinnvoll dieses Mammutprojekt ist, welches sich wie eine Schneise der Verwüstung durch ganz Deutschland zieht, wird sich hoffentlich bald herausstellen.
Deutschlandweit herrscht immenser Widerstand gegen dieses Projekt, nicht nur wegen der grundsätzlich unterirdischen Bauweise, sondern vielmehr auch, weil blinden Auges gebaut werden soll. Etliche Natur- und Wasserschutzgebiete sind in der Planung betroffen und oftmals gibt es kaum Anzeichen zum einlenken seitens der Planer.
Aus meiner Sicht sollte der Ausbau flexibler, der Situation vor Ort angepasst, geplant und durchgeführt werden. Schützenswerte Bereiche dürfen nicht beeinträchtigt werden oder man muss rechtzeitig für einen Ausgleich sorgen.
Allein im Landkreis Gießen sind Städte und Gemeinden wie beispielsweise Staufenberg, Buseck, Lollar, Fernwald, Pohlheim und Gießen tangiert. Daher sollten auch alle Möglichkeiten im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens genutzt werden, um dort, wo es sinnvoll und möglich ist, auch Freileitungen zu bauen. Durch eine Trassenführung, welche eine Breite von 75 Meter hat und der reine Leitungsbau auf 40 Meter Breite und 1,80 Meter Tiefe stattfindet, wird es zwangsläufig zukünftig zu Problemen wir mit der Landwirtschaft kommen. Tiefwurzler fallen in diese Bereichen weg, nicht mehr alle Pflanzenarten können ausgesäht werden, weswegen automatisch unsere Flora und Fauna beeinflusst wird.
Flächen werden so zerschnitten, dass eine Bewirtschaftung auf den dann unwirtschaftlich zu bestellenden Feldern nicht mehr stattfinden kann. Außerdem führt die Trasse u.a. durch Wasserschutzgebietszonen und wird auch hier negative Auswirkungen haben. Biotope und über einen langen Zeitraum entstandene Biotopvernetzungen werden hierdurch nachhaltig geschädigt.
Was blinde Ampelpolitik anrichten kann, sieht man am Beispiel Südlink, dessen der Rhein-Main-Link ein Teil darstellt, sehr gut.
Habeck selbst sprach 2023 davon „Müssen gemeinsam für mehr Tempo beim Netzausbau sorgen“. Ich frage mich jedoch, zu welchem Preis? Dass wir umdenken müssen in unserer Energiepolitik ist unumstritten, ob jedoch alles mit dem Holzhammer durchgesetzt werden muss, wage ich zu bezweifeln. Daher wäre meines Erachtens, ein individueller Ausbau, den Örtlichkeiten angepasst, eine wesentlich sinnvollere Vorgehensweise.