Antrag FREIE WÄHLER Renaturierung Steinbruch Grüningen
VRM mittelhessen
Steinbruch-Renaturierung empfohlen
- März 2021
POHLHEIM. Der ehemalige Steinbruch der Firma Nickel soll Naturschutzgebiet werden. Damit beschäftigte sich der Pohlheimer Bauausschuss um Michael Wagner. Bereits seit Jahrzehnten gibt es hierzu Überlegungen, die nun unter Einbeziehung der oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Gießen eine Ausweisung zum Ziel haben. Ulrich Sann (FW) warb bei seinem Vortrag für die Maßnahme. Der sich in der Rekultivierung befindliche Steinbruch Nickel nehme im umgebenden Naturraum, dem nördlichsten Limesbogen, eine ökologisch wertvolle Stellung ein. „Hier befindet sich die einzige in der weiteren Umgebung ganzjährige natürliche Wasserstelle, auf die die artenschutzrechtlich streng geschützte Geburtshelferkröte angewiesen ist. Seit einigen Jahren ist der Steinbruch Lebensraum des Bienenfressers, der 2018 erfolgreich brütete. Dafür nutzt der Bienenfresser die westlich ausgerichtete Lehmsteilwand als Brutplatz und Nahrungsquelle.“ Dies deute auf die Anwesenheit von Solitärbienen und anderen Insekten hin. Der Rekultivierungsplan aus dem Jahr 1991 sehe Erhaltungsmaßnahmen für die Geburtshelferkröte und den damals festgestellten Kammmolch vor. Fabian Schäfer (FDP) fragte nach Verpflichtungen, die der Stadt entstehen könnten und warf die Frage nach der Pflege auf. „Es ist positiv. Doch welche Nachfolgekosten entstehen, würde ich gerne vorab geklärt wissen“. Mit den Stimmen von CDU/FW erfolgte eine mehrheitliche Beschlussempfehlung, das Gebiet ausweisen zu lassen. 2021
Folgender Antrag wurde am 20. Januar 2021 von CDU und der FREIE WÄHLER Partei beim Stadtverordnetenvorsteher eingereicht und in einer nachfolgenden Stadtverordneten-versammlung mit Mehrheit angenommen.
Die Fraktionen von CDU und FW bitten den nachfolgenden Antrag im Rahmen der nächsten Stadtverordnetenversammlung zu behandeln.
Ausweisung eines Gebietes zum Schutz der Natur
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird beauftragt, bei der nach §2 sowie §12 Abs. 2, Nr. 3 Hessisches Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (HAGBNatSchG) zuständigen Behörde, der oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Gießen, die Ausweisung, des sich in der Rekultivierung befindlichen ehemaligen Steinbruchs der Firma Nickel im Pohlheimer Stadtteil Grüningen, zu einem Naturschutzgebiet zu beantragen.
Begründung:
Der sich in der Rekultivierung befindliche Steinbruch Nickel im Stadtteil Grüningen nimmt im umgebenden Naturraum, dem nördlichsten Limesbogen, eine ökologisch wertvolle Stellung ein. Hier befindet sich die einzige in der weiteren Umgebung ganzjährige natürliche Wasserstelle, auf die die artenschutzrechtlich streng geschützte Geburtshelferkröte angewiesen ist.
Seit einigen Jahren ist der Steinbruch Lebensraum des Bienenfressers, der in 2018 erfolgreich brütete. Dafür nutzt der Bienenfresser die westlich ausgerichtete Lehmsteilwand als Brutplatz und Nahrungsquelle. Was auf die Anwesenheit von Solitärbienen und anderen Insekten hindeutet.
Der Rekultivierungsplan aus dem Jahr 1991 sieht Erhaltungsmaßnahmen für die Geburtshelferkröte und den damals festgestellten Kammmolch vor. Obwohl die Verfüllung weiter voranschreitet, sind Ersatzbiotope nicht geschaffen worden, bzw. die Versuche kleinere Tümpel anzulegen gescheitert. Wir sehen dringenden Handlungsbedarf das entstandene wertvolle Biotop in Form eines Naturschutzgebietes dauerhaft zu sichern.